Im Sommersemester 2015 gründeten wir – 13 Master-Studenten der HS München – die »Partei der Opulenz«. Die Gründung dieser Partei ist als konkreter Ausdruck unserer politischen Relevanz als Gestalter zu verstehen.

Zielsetzung

Design war und ist immer politisch. Doch nie war die Akzeptanz dieser Erkenntnis von so entscheidender Bedeutung wie heute. Unser Anliegen ist es Design als politisches Handeln anzuerkennen und zu propagieren.

Manifest

Wir, die Bewohner dieses Planeten,
wir, die Gesellschaft dieses Landes,
wir, die Designer der Hochschule München,
wir rufen mit diesem Manifest zur Mitgestaltung
einer lebenswerten Zukunft auf.

Mit den folgenden fünf Punkten werden wir unsere Ziele und Absichten erklären und unserer Haltung Ausdruck verleihen. Dabei richten wir uns bewusst an die Mitglieder moderner Demokratien westlichen Typs, weil wir der Auffassung sind, dass die Privilegien dieser Gesellschaften Raum zur Gestaltung bieten und zu verantwortungsvollem Handeln verpflichten.

FAQ – Fragen zur Partei

Warum bezeichnet ihr euch als Partei?

Die Gründung dieser Partei ist als konkreter Ausdruck unserer politischen Relevanz als Gestalter zu verstehen. Design ist und war immer politisch. Gerade auf eine Gesellschaft, in der der Konsum allmächtig, die Konsumenten hingegen ohnmächtig zu sein scheinen, haben die Gestalter von Konsumgütern und Bedürfnissen große Einflussmöglichkeiten. Leider wird diese Verantwortung von der Öffentlichkeit, aber auch von vielen Kollegen noch nicht ausreichend wahrgenommen. Indem wir unseren Zusammenschluss als Partei bezeichnen, stellen wir eine offensichtliche Verbindung von Design und Politik her und unterstreichen so deutlich unseren Standpunkt.

Warum ist Design politisch?

Jeder Mensch handelt politisch, sofern sein Handeln Einfluss auf die Gesellschaft hat. Durch die Designindustrie, beispielsweise durch die Gestaltung von Produkten und von Werbung, wird massiv in das öffentliche Leben eingegriffen. Dieser Einfluss macht Design politisch.

Was versteht ihr unter »Opulenz«?

Der Begriff Opulenz scheint auf dem ersten Blick das genaue Gegenteil zum vermeintlich trostlosen Verzicht zu sein. Er eignet sich somit hervorragend, um unserer Haltung Gehör zu verschaffen und Diskussionen anzustoßen. Unser Ziel ist es, diesen Begriff von seiner negativen Konnotation zu befreien und unbegrenzt zu erweitern. Nach unserem Verständnis ist Opulenz, keine Dekadenz, Verschwendung oder Prunk. Opulenz ist das positive »Mehr«, das uns durch eine bewusste Lebensweise bereichern kann. Der Gewinn an Lebensqualität, durch ein genügsames Leben ist kein Verzicht, sondern pure Opulenz.

Was will die Partei der Opulenz erreichen?

Wir wollen mit Hilfe unseres erweiterten Designbegriffes ein Bewusstsein für Opulenz schaffen, um die Vision einer lebenswerten Zukunft zu verwirklichen.

Was sind eurer Meinung nach die Probleme in der heutigen Zeit?

Unsere Gesellschaft wird von einem System geregelt, das ursprünglich dazu dienen sollte ein gerechtes und freies Miteinander von Menschen zu ermöglichen. Nun müssen wir mit Besorgnis wir erkennen, dass die momentane gesellschaftliche Struktur genau zum Gegenteiligen führt. Die Ausbeutung von Schwächeren, die soziale Verarmung, der Raubbau an der Natur und die ungerechte Wohlstands-, Nahrungsmittel- und Güterverteilung, sind eindeutige Anzeichen hierfür. Wir müssen unser Zusammenleben grundlegend neu denken, um als Gesellschaft wieder zukunftsfähig sein zu können.

Wie sieht eure Vision einer lebenswerten Zukunft aus?

Unsere Vision von einer lebenswerten Zukunft, ist die der absoluten Entfaltung auf allen Ebenen. Alles was atmet, alles was lebt, alles was wächst, kreucht und geht, soll Raum zur Entfaltung haben. Eine Entfaltung, die soweit gehen darf, wie sie die Entfaltung Anderer nicht beschneidet. Die absolute Entfaltung ist das harmonische Zusammenspiel der größtmöglichen Potentialausschöpfung von Natur und Mensch.

Sind die von euch im Partei-Manifest dargelegten Punkte nicht sehr idealistisch und naiv?

Natürlich ist unser Manifest idealistisch. Sich für eine lebenswertere Zukunft einzusetzen, ist immer idealistisch. Doch selbst wenn die perfekte, harmonische Gesellschaft eine unerreichbare Utopie zu sein scheint, ist die Vision von ihr dennoch von absoluter Bedeutung. Sie gibt die Richtung vor und hilft uns somit, uns richtig zu orientieren.

»Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.« H.Hesse

Was versteht ihr unter dem erweiterten Designbegriff?

Der erweiterte Designbegriff bezeichnet die Auffassung, dass Design immer politisch ist. Mit dem großen Einfluss auf die Gesellschaft geht auch eine ethische Verantwortung einher. Als Motor der Konsummaschinerie, hat das Design einen großen Anteil an den negativen Entwicklungen unserer Zeit. Aber Design ist mehr als nur die Formensprache der Konsumwirtschaft. Es hat das Potential einen wichtigen Beitrag bei der Neugestaltung gesellschaftlicher Strukturen zu leisten. Die neuen Aufgaben des Designs sind es, überflüssige Dinge zu reduzieren und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Gesellschaft mit gestalterischen Mitteln zu fördern. In einer Gesellschaft, die auf Eigenverantwortung und Solidarität errichtet wird, ist jedes einzelne Mitglied ein Gestalter. Hier sehen wir die Berufsgruppe der Designer als Vermittler verschiedener Fachrichtungen und als ein Werkzeug der Gemeinschaft zur Umsetzung von Entwürfen.

Ist die Partei der Opulenz nicht nur für Designer?

Nein. Designer sind keine unantastbaren Autoritäten, die vorgeben in welche Richtung sich die Gesellschaft zu entwickeln hat. Wenn der gewünschte Wandel und das notwendige Umdenken in der Gesellschaft stattfinden sollen, sind alle Menschen gefragt. Nur gemeinsam können wir eine lebenswerte Zukunft gestalten. Darum ist jeder herzlich eingeladen mit uns an dieser Vision zu arbeiten. Wir stellen die Fähigkeiten, die wir im Laufe unserer Ausbildung erlernt haben, der Allgemeinheit zur Verfügung. Genauso wichtig und willkommen sind andere Einflüsse, Ideen und Fertigkeiten.

Sind Designer besonders gut dafür geeignet eine Partei zu gründen / Weshalb?

Mit der Gründung dieser Partei wollen wir nicht beweisen, dass Designer gute Politiker sein können. Disziplinen wie Design, Architektur und Kunst denken seit jeher visionär und unkonventionell. Durch diese Ausrichtung haben sie das Potential zukunftsweisende Ideen zu entwickeln. Dieses visionäre Denken vermissen wir in der Politik. Darüber hinaus setzen sich Designer permanent mit den Bedürfnissen der Gesellschaft auseinander. Unser Anspruch ist es nicht eine Regierungspartei zu werden, sondern der Politik als ein Beispiel für eine menschen- und zukunftsorientierte Herangehensweise an Problemlösungen zu dienen.

Kritisieren ist einfach – habt ihr auch konkrete Lösungsansätze?

In der Politik werden meist übereilt Lösungen gesucht, die einen schnellen Erfolg versprechen, um eine Wiederwahl zu gewährleisten. Nur ist das nichts anderes als die kosmetische Behandlung von Symptomen. Wir wollen zunächst den Ursachen der Probleme auf den Grund gehen, um dann nachhaltige Lösungsansätze erarbeiten zu können. Unsere Aufgabe ist es zunächst andere Menschen dazu zu bringen sich an diesem Prozess zu beteiligen. Hierfür ist die Gründung dieser Partei bereits der erste Schritt.

Ist Verzicht generell schlecht?

Nein, natürlich nicht. Um als Gesellschaft zukunftsfähig sein zu können, werden wir nicht umhin kommen, unsere Lebensweise grundlegend zu überdenken. Wir müssen weg von einem expansiven, hin zu einem reduktiven Kulturmodell. Wir sehen diesen radikalen Richtungswechsel allerdings nicht als Einschränkung oder Verlust. Er ist vielmehr als eine Chance auf mehr Lebensqualität zu verstehen. Wir wollen nicht den Verzicht in den Mittelpunkt stellen, sondern den Mehrwert, der sich durch ein bewusstes Leben ergibt.

Welche politische Ausrichtung hat die PDO?

Links oder Rechts, solche Begriffe haben für uns keinerlei Bedeutung. Um die Vision einer zukunftsfähigen Gesellschaft wahr werden zu lassen, wird es nicht die eine, ultimative Lösung geben. Es werden viele verschiedene Lösungsansätze sein, die nur gemeinsam zum Ziel führen können. Wir begrüßen jeden dieser Ansätze, egal aus welcher Richtung er kommt.

Wie kann man bei euch mitmachen?

Wir sind noch dabei unsere Struktur als Partei zu erarbeiten. Wir wollen ein Netzwerk, von Menschen verschiedener Disziplinen aufbauen, die unser Anliegen und unsere Haltung teilen. In Zukunft sehen wir uns als einen Vermittler, der Menschen und Ideen zusammenbringt. Wer Interesse hat ein Teil von diesem Netzwerk zu werden, ist gerne eingeladen uns auf unserer Internet- oder Facebookseite zu kontaktieren.

Noch Fragen?

Schreib uns falls dir noch etwas unklar ist, du dich einbringen willst oder dir einfach nach etwas Unterhaltung ist.



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